Autor: info@bern-werbefrei.ch

  • 8. Mai 2026 – Stadtrat kippt Werbeverbot

    Der Berner Stadtrat hatte Anfang 2024 ein Verbot kommerzieller Werbung im Aussenraum knapp gutgeheissen. Im Zuge der Budgetdebatte 2025 ruderte die Mehrheit jedoch zurück, da die Stadt die jährlichen Werbeeinnahmen von rund fünf Millionen Franken weiterhin einplant. Die entsprechende Motion wurde nun offiziell abgeschrieben und damit für erledigt erklärt. Bürgerliche Parteien sowie Teile der Mitte bezeichneten das ursprüngliche Werbeverbot als zu radikal und finanziell problematisch. Linke Parteien und konsumkritische Organisationen reagierten darauf mit der Lancierung der Initiative «Bern werbefrei», die seit dem 1. Mai 2026 Unterschriften für ein stadtweites Verbot kommerzieller Fremdreklame sammelt. Kommen innerhalb von sechs Monaten 5000 Unterschriften zusammen, entscheidet die Stadtberner Bevölkerung an der Urne über das Anliegen.

    https://www.derbund.ch/bern-stadtrat-lehnt-werbeverbot-im-aussenraum-ab-824204325288

  • 1. Mai 2026 ähnliche Projekte

    Genf: Im März 2023 stimmten die Stimmbürger der Stadt Genf knapp (51,9 % Nein) gegen die Initiative „Genf ohne Werbung“. Die Initiative forderte ein Verbot von kommerzieller Werbung auf öffentlichem Grund.

    https://ouizeropub.ch/


    Vernier (Genf): Die Gemeinde Vernier, Teil des Kantons Genf, hat ein Verbot für kommerzielle Plakatwerbung auf öffentlichem Grund verabschiedet, das vom Bundesgericht als zulässig eingestuft wurde.

    https://www.tdg.ch/vernier-interdit-laffichage-publicitaire-289723274640


    Eine tolle Karte aktueller Geschehnisse findest du hier:

    https://ouizeropub.ch/comite-et-soutiens/


    Europa: Berlin

    Berlin debattiert leidenschaftlich über die Initiative „Berlin werbefrei“, die kommerzielle Plakate drastisch reduzieren will. Während das Stadtparlament die Pläne aus finanziellen Gründen ablehnt, kämpfen Aktivisten aktuell für einen Volksentscheid im September 2026. Das Ziel ist eine Stadt ohne „visuellen Lärm“.

    https://berlin-werbefrei.de/

  • 1. Mai 2026 – Lancierung Initiative «Bern werbefrei!»

    Linke und konsumkritische Organisationen lancieren eine städtische Initiative.

    Vor zwei Jahren hat der Berner Stadtrat ein Verbot von kommerzieller Werbung im Aussenraum beschlossen. Passiert ist seither jedoch nichts. Der Gemeinderat weigert sich die überwiesene Motion umzusetzen und beantragt an der Stadtratssitzung vom 7. Mai die Abschreibung der Motion. Leider hat die SP als stärkste Partei im Stadtrat bereits angekündigt, dem Antrag des Gemeinderats zu folgen, und will die Motion, der sie vor zwei Jahren noch mehrheitlich zugestimmt hat, nun sang- und klanglos versenken. Damit das Thema nicht einfach vom Tisch ist, lancieren verschiedene linke und konsumkritische Organisationen am 1. Mai die städtische Initiative «Bern werbefrei».

    Die Initiative hat das Ziel, den allgegenwärtigen Kommerz im öffentlichen Raum zu reduzieren. In der Gemeindeordnung soll festgeschrieben werden, dass Fremdreklame – also Plakatwerbung und Bildschirme für kommerzielle Produkte und Dienstleistungen, ohne örtlichen Bezug – auf dem gesamten Berner Stadtgebiet nicht mehr bewilligungsfähig ist.
    Nicht betroffen von der Initiative sind Kulturplakate, Anschlagstellen für die Allgemeinheit und Stadtplananlagen, sowie Werbung, die auf Geschäfte in der unmittelbaren Umgebung aufmerksam machen.
    Die frei werdenden öffentlichen Flächen könnten für kulturelle Inhalte, demokratischen Prozesse und Informationen der Stadt Bern genutzt werden.

    Reklame will uns zu Konsumentscheidungen bewegen. Wir leben in einer Welt, die voll von Reklame ist. Wo wir hinsehen, wird unsere Aufmerksamkeit auf kommerzielle Angebote gelenkt. Werbung im öffentlichen Raum lässt sich jedoch nicht mit einem Ad-Blocker wegmachen. Wer raus geht, kann der Werbung nicht ausweichen.
    Die Stadt wird immer mehr zur Verkaufsfläche: der öffentliche Raum wird mit kommerzieller Werbung zugepflastert und die mit positiven Lebensgefühlen angepriesenen Konsumgüter verschmutzen die Umwelt.

    Es ist Zeit, dass die linkste Stadt der Schweiz ihren öffentlichen Raum wieder zurückgewinnt. Wir sind überzeugt, dass das Anliegen bei vielen Bewohner*innen der Stadt Bern auf grosse Zustimmung stossen wird und freuen uns auf die Diskussionen beim Unterschriftensammeln und der darauf folgenden Abstimmung.

    Initiativkomitee «Bern werbefrei­!»
    AL Bern, PdA Bern, Juso Stadt Bern, Grün Alternative Partei, Tier im Fokus (TIF), Transition Bern

    Links zu Artikel:

    https://www.derbund.ch/bern-linke-parteien-lancieren-initiative-fuer-werbeverbot-497293308566

    https://journal-b.ch/artikel/jetzt-soll-die-stimmbevoelkerung-entscheiden

    https://www.swissinfo.ch/ger/linksaussen-parteien-lancieren-initiative-f%c3%bcr-werbefreies-bern/91346758?nab=0

  • 29. Oktober 2025 – Gemeinderat beendet das Projekt

    Was passiert ist:

    Der Gemeinderat beantragt offiziell:

    • die Motion nicht umzusetzen
    • die Motion abzuschreiben

    Folge:

    Das geplante Werbeverbot im öffentlichen Raum wird nicht weiterverfolgt.

  • 18. September 2025 – Werbeverbot wird nicht umgesetzt

    Was passiert ist:

    Der Stadtrat beschliesst, die Einnahmen aus der Plakatwerbung weiterhin im Budget zu behalten.

    Abstimmung:

    44 Ja – 24 Nein – 6 Enthaltungen

    Grund:

    Die Werbekonzessionen bringen der Stadt jährlich rund 5 Millionen Franken.

  • 1. Februar 2024 – Stadtrat unterstützt Teile der Motion

    Was passiert ist:

    Der Stadtrat entscheidet über die Motion.

    Resultat:

    • Punkte 1 und 4 angenommen
    • Punkte 3 und 5 als Richtlinie angenommen
    • Punkt 2 abgelehnt

    Bedeutung:

    Die Stadt soll prüfen, wie Werbung im öffentlichen Raum stark eingeschränkt oder verboten werden könnte.

  • 29. April 2021 – Zweiter Versuch für ein Werbeverbot

    Was passiert ist:

    Eine neue Motion wird eingereicht von:

    Tabea Rai (AL), Jelena Filipovic (GB), Zora Schneider (PdA), Mohamed Abdirahim (JUSO), Simone Machado (GaP)

    Forderung:

    Kommerzielle Werbung im öffentlichen Raum der Stadt Bern soll grundsätzlich verboten werden.

    Dafür sollen angepasst werden:

    • Reklamereglement
    • eventuell Bauordnung
  • 2017 – Erste Forderung nach werbefreiem Bern

    Was passiert ist:

    Die Alternative Linke (AL) bringt erstmals eine Motion ein, die kommerzielle Werbung im öffentlichen Raum der Stadt Bern verbieten will.

    Resultat:

    Der Stadtrat lehnt den Vorstoss ab.

    Abstimmung:

    22 Ja – 36 Nein – 4 Enthaltungen