Argumentarium

Der öffentliche Raum prägt das tägliche Leben einer Stadt. Strassen, Plätze und Haltestellen sind Orte der Begegnung und Orientierung. Die Initiative «Bern werbefrei» setzt sich dafür ein, dass dieser Raum nicht dauerhaft von kommerzieller Werbung dominiert wird. Ziel ist ein Stadtraum, der stärker dem Gemeinwohl dient und weniger von kommerziellen Interessen geprägt ist. Damit die Bevölkerung darüber entscheiden kann, sammelt das Initiativkomitee 5’000 Unterschriften.

Kurz auf einen Blick

  • Öffentlicher Raum ist Gemeingut
    Strassen, Plätze und Haltestellen gehören allen. Dauerhafte Werbung führt zur Privatisierung des öffentlichen Raumes.
  • Klimaschutz und Ressourcenverbrauch
    Weniger Werbung senkt Konsum, CO₂ und Ressourcenverbrauch.
  • Weniger Konsumdruck
    Werbung erzeugt Konsumdruck. Weniger Druck schafft Raum für Ruhe, Gemeinschaft und Kultur.

Die Initiative in zwei Sätzen

Die Initiative «Bern werbefrei» setzt sich dafür ein, dass der öffentliche Raum weniger von kommerzieller Werbung dominiert wird und stärker dem Gemeinwohl dient.

Weniger Werbung schafft ein ruhigeres und übersichtlicheres Stadtbild und Raum für kulturelle Inhalte, demokratische Prozesse und Informationen der Stadt.

Hauptargumente

Öffentlicher Raum ist Gemeingut

Strassen, Plätze und Haltestellen gehören allen Menschen und werden von der Allgemeinheit finanziert. Ihre dauerhafte Nutzung als Werbeträger führt faktisch zu einer Teil-Privatisierung. Der öffentliche Raum soll in erster Linie ein Raum sein der gemeinschaftlichem Interesse dient.

Weniger visuelle Verschmutzung

Nicht einzelne Plakate, sondern ihre Gesamtwirkung prägt das Stadtbild. Viele Werbeflächen können zu visueller Überlastung führen. Weniger Werbung schafft ein ruhigeres und übersichtlicheres Stadtbild.

Klimaschutz und Ressourcenverbrauch

Weniger Werbung reduziert übermässigen Konsum. Dies verringert konsumgetriebene Umweltbelastungen und CO₂-Emissionen. Zudem verursacht Werbung Energie und Materialverbrauch durch Herstellung, Betrieb und Entsorgung von Plakaten oder Leuchtkästen.

Werbung beeinflusst

Werbung nutzt gezielt psychologische Mechanismen. Im öffentlichen Raum kann man ihr kaum ausweichen. Wer sich in der Stadt bewegt, wird automatisch ohne Zustimmung mit Werbebotschaften konfrontiert.

Weniger Konsumdruck

Werbung arbeitet mit Status und Konsumversprechen. Dies kann gesellschaftlichen Druck verstärken. Eine Reduktion schafft Raum für Entschleunigung, Gemeinschaft und Kultur.

Raum für Kommunikation statt Kommerz

Weniger Werbung bedeutet nicht keine Kommunikation. Öffentliche Flächen könnten für kulturelle Inhalte, demokratische Prozesse und Informationen der Stadt genutzt werden. Stadtplananlagen und Kulturplakate, Anschlagstellen für die Allgemeinheit und temporäre Reklamen sind von der Initiative nicht betroffen.

Häufige Gegenargumente und Antworten

„Das ist Zensur.“

Die Initiative betrifft kommerzielle Werbung im öffentlichen Raum. Meinungsäusserungen sowie politische, kulturelle und gemeinnützige Inhalte sind nicht Gegenstand der Initiative

„Die Stadt verliert wichtige Einnahmen.“

Werbeflächen können Einnahmen erzeugen. Die Initiative setzt die Frage, wie öffentlicher Raum genutzt werden soll, höher als kommerzielle Verwertungsinteressen.

„Werbung informiert doch über Angebote.“

Werbung vermittelt Informationen über Angebote. Die Initiative unterscheidet zwischen Information und dauerhafter kommerzieller Werbung im öffentlichen Raum.

„Dann verschwinden auch Kultur- und Vereinsplakate.“

Die Initiative richtet sich gegen kommerzielle Werbung. Kultur, Vereinsleben, politische Information und öffentliche Hinweise sind davon nicht betroffen.

„Das schadet lokalen Unternehmen.“

Die Initiative richtet sich nicht gegen lokale Unternehmen, sondern gegen kommerzielle Werbung im öffentlichen Raum. Unternehmen können ihre Angebote weiterhin über andere Kanäle kommunizieren.

Fakten und Quellen

Die folgenden Dokumente bieten Hintergrundinformationen zur Nutzung von Aussenwerbung, zu den Einnahmen der Stadt Bern sowie zu den rechtlichen Grundlagen für Reklamen im öffentlichen Raum.

Budget und Finanzberichte der Stadt Bern

Reklamereglement der Stadt Bern